Reset the Net!

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Heute jährt sich der Tag, an welchem erste Berichte von Edward Snowden veröffentlicht wurden, in welchen die systematische und flächendeckende Überwachung des Internets durch die NSA beschrieben wurde. Entsprechend gross war die Empörung. Auch knapp ein Jahr später erscheinen noch immer regelmässig neue Enthüllungen und längst ist klar, dass nicht nur die NSA an unseren privaten Daten interessiert ist.
Zum Jahrestag fordern Bürgerrechtler, IT-Unternehmen, Entwickler und Nutzer im Rahmen des Aktionstages «Reset the Net», die Rückeroberung des Internets. Ziel dieser Aktion ist es, Entwickler aber auch private Nutzer dazu aufzurufen, sich für die Wahrung der Privatsphäre im Netz einzusetzen indem sie beispielsweise ihren Apps ein «NSA-resistentes Feature» spendieren oder den privaten Webtraffic mit entsprechenden Tools sicherer machen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung kostenloser Software für die Bereiche Datenschutz, Anonymisierung und Verschlüsselung des Rechners und Mobilgeräte.

Mitmachen und Gewinnen!
Jeder ist dazu aufgerufen, die Aktion zu unterstützen. Dies kann durch einen Blogbeitrag, das Sharen entsprechender Inhalte oder der «Reset the Net»-Webpage oder der Beteiligung an Diskussionen bei der Twitter Brigade geschehen. Hier ist das Ziel, Konzerne wie Apple, Google, Amazon oder Facebook koordiniert dazu aufzufordern, mehr zur Wahrung der Privatsphäre ihrer Kunden zu unternehmen. Ihr könnt also eigentlich nur gewinnen und zwar mehr Privatsphäre …

Girlspower am Junior Web Award!

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Gestern ging – mit der Preisverteilung, im Kongresshaus Zürich – bereits die achte Runde des «Swicht – Junior Web Award» zu Ende. Insgesamt reichten die Schulen rund 200 Web-Projekte in den Kategorien: Primarschule, Sek 1 und Sek 2 ein. Augenfällig waren dieses Jahr die Sieger. Erstmals standen nämlich zwei reine Mädchenteams mit ihren Projekten zu forderst und räumten die attraktiven Preise gleich bergeweise ab. Die Sieger sind aber nicht nur um TabletPCs, Smartphones oder Multifunktionsdrucker reicher, sie dürfen sich jeweils auch noch auf einen Programming-Day bei Google Zürich freuen.

Gewinner Primarschule:
Swisstic
Klasse Rüegg Obermeilen, 6. Klasse PSO-6b, Meilen

Gewinner 1. Sekundarschule:
Les Rockeurs de la 9P3
ES Pully, classe 9p3, Pully

Gewinnerinnen 2. Sekundarschule:
Yond Yeti
Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Luzern, Klasse W2a

Gewinner Jurypreis:
Senior
Kantonsschule Trogen, Klasse EFInformatik, Trogen

Gewinnerinnen Publikumspreis:
WWKids
Mädchensekundarschule St. Katharina, Klasse 1a, Wil

Gewinner Programmierpreis:
Jura Activities

Ecole des Métiers Techniques, INF3, Porrentruy

Junior Web Award auf Facebook

iOS 7 weiss, wo du warst.

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Und das ist längst nicht alles. Technikaffine Nutzer von iOS-Devices wissen schon längst, dass iPhone und iPad jeden unserer Schritte mit verfolgen und aufzeichnen. Dabei spielt keine Rolle, ob das Device über WLAN oder Funkverbindung mit einem Netz verbunden ist. Apple meint dazu, dass sie diesen Dienst ab iOS7 eingeführt hätten, damit dem Nutzer bessere Karten, allfällige Verkehrsmeldungen, personalisierte Werbung oder beliebte Events angezeigt werden können. Alles schön und recht, nur wüsste ich als mündiger Nutzer von solchen Geräten zumindest gerne bescheid, welche Daten zu welchem Zweck gesammelt werden.

Zwar habe ich die Möglichkeit, diese Aufzeichnungen inaktiv zu schalten, damit dies jedoch möglichst nicht geschieht, hat Apple die entsprechenden Einstellung tief vergraben. Würde man sich jedoch trotzdem mal die Mühe machen um in die Niederungen der Einstellungen hinunter zu steigen, könnte den einen oder andern ein flaues Bauchgefühl befallen. Das iOS-Device weiss nämlich wann, wie oft, wie lange und wo sich der Besitzer jeweils aufgehalten hat. Weiter definiert das Device auch gleich, wo der Nutzer wohnt, ob er bei der Arbeit erschienen ist oder eben nicht und ob der Partner wirklich länger arbeiten musste oder eben doch einen Abstecher in den Saunaclub gemacht hat. Als ob das alles noch nicht genug wäre, werden die entsprechenden Orte auf der iOS-Karte auch gleich angezeigt. Praktischerweise werden diese Dienste von Haus aus nach der Installation von iOS7, aktiv geschaltet. Damit dies dem Nutzer auf keinen Fall auffällt, ist einzig die Funktion «Statusleistenobjekt» inaktiv geschaltet. Diese zeigt dem Besitzer eines iOS-Gerätes nämlich an, wann ein Dienst gerade mal wieder Profildaten sammelt und gen Cupertino übermittelt.

Wer sich gerne mal selber ein Bild machen will, welche Profile sein Device sammelt, sollte sich mal die Mühe machen und sich das Ganze unter Einstellungen => Ortungsdienste => Systemdienste => Häufige Orte anschauen.

WhatsApp verliert an Boden.

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Kaum ein Tag vergeht, an welchem nicht auf irgend einem Medium eine Meldung zu WhatsApp zu lesen ist. Seit heute ist nun auch bekannt, dass der weltweit angesagteste Messenger den Besitzer wechselt. Facebook hat sich die App nämlich für die beachtliche Summe von 19 Mia. Dollar gekrallt. Dies, obwohl Facebook selber über einen technisch hochstehenden Messenger verfügt. Dieser Kauf macht klar, wie viel dem SocialMedia-Riesen unsere privaten Daten wert sind. Umgerechnet zahlt Facebook nämlich für jeden WhatsApp-Nutzer rund 40 Dollar und macht trotzdem noch immer seinen Schnitt! Aus Sicht von Zuckerbergs Imperium war diese Aquise nichts als logisch und letzten Endes überlebensnotwendig. Wanderte die junge Zielgruppe – für welche Facebook eigentlich auch nie gedacht war – kontinuierlich zu WhatsApp über, lief FB gefahr, an Überalterung zu sterben. Nun haben sie wieder alle «in einem Boot», die alte – zahlungskräftige – Zielgruppe in der Community und die Konsumenten von morgen – bis zu deren Rückkehr zu FB – bei WhatsApp.

Privatsphäre, alles eine Frage des Preises?

Es mag Zufall sein, dass just in der Zeit, als die Übernahmeverhandlungen wohl kurz vor deren Abschluss standen, zum wiederholten Mal publik wurde, dass WhatsApp zumindest ein riesiges Verschlüsselungs-Problem hat. Artikel wurden im Web herum gereicht, in welchen von Fotoklau oder Abhörfunktionen innerhalb der App zu lesen war. Dass auch Facebook ein – zumindest – amerikanisches Verständnis von Privatsphäre kultiviert, ist längst kein Geheimnis mehr und wird dessen Nutzern bei System-Upgrades immer mal wieder in Erinnerung gerufen, wenn persönliche Fotoalben wie durch einen schlechten Zauber öffentlich einsehbar werden. Welche Folgen hat denn nun diese Übernahme? Unvorhersehbare! Und genau da liegt das Problem.
Klar ist, dass jeder Internet-Nutzer unübersehbare Spuren im WWW hinterlässt. Ebenso unbestreitbar teilt man Inhalte von Cloud-Diensten nicht nur mit seinen persönlichen Freunden und wohl keine der abermillionen von Apps trackt nicht auf die eine oder andere Art Nutzerprofile. Google pflanzt Cookies in Browser und dank Analytics finde auch ich den idealen Zeitpunkt, an welchem meine Blogs am besten seine Leser finden. Und hier kommen wir zum springenden Punkt. Ich will als Nutzer selber entscheiden können, welchen Preis ich bereit bin für eine Dienstleistung zu bezahlen. Starte ich eine Suche über Google, bezahle ich mit den Informationen, was, wo, wie ich suche. Nehme ich einen Kartendienst in Anspruch, gebe ich den Entwicklern Auskunft über meine Geolocation-Daten. Lade ich einen Messenger aufs Device, gewähre ich den Machern vielleicht noch Zugriff auf meine Kontaktdaten, in meiner Fotogalerie hat die App aber nichts zu suchen! Greift die App jedoch Informationen und Daten ab, welche nichts mit ihrer Keyfunktion zu tun haben, will ich darüber zumindest offen und proaktiv informiert werden. Alles andere ist Diebstahl und Einbruch oder wer lässt denn heute noch beim Verlassen der Wohnung die Türe offen stehen? Macht es die Sache besser, wenn ein Ami in meinen privaten Dokumenten rum wühlt, als wenn dies eine Schweizer Behörde, ein zugewanderter Europäer, Afrikaner, Asiate oder Marsianer tut?

Ich habe ja nichts zu verbergen.

Diesen Satz kriegt wohl jeder sehr schnell zu hören, welcher sich mit dem Thema Privatsphäre und Web-Dienste auseinander setzt. Die etwas älteren Semester unter uns können sich aber bestimmt noch bestens an die als Fichenskandal in die Schweizer Geschichtsbücher eingetragene Sammelwut und Schnüffeleien des Staates, Ende der 80er-Jahre erinnern. Im Vergleich was jedes Facebook-Mitglied an einem Tag an privaten Informationen in die Welt hinaus posaunt, waren die bis 1990 angelegten Akten – rückblickend – eine Lachnummer! Die staatlichen Auftragsschnüffler von damals würden sich heute verwundert die Augen reiben. Es hat sich einiges getan in den letzten 20 Jahren. Heute ist es noch nicht mal mehr ein Aufreger, wenn über die Medien bekannt wird, dass Vater Staat einen Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung hat, welcher es den Behörden erlauben soll – sich bei Bedarf – «legal» in Computer einzuhaken oder Telefonate präventiv und systematisch abzuhören. Wir haben ja alle nichts zu verbergen, also legitimieren wir doch gleich den rücksichtslosen und organisierten Missbrauch von Bürgerrechten …

Dieses Thema liesse sich noch beliebig weiter spinnen. Es ist mir auch bewusst, dass es ein «kampf» gegen Windmühlen ist, wenn ich ins Netz hinaus rufe, verkauft eure Haut/Daten wenigstens so teuer wie möglich und vergesst nie, dass ihr auf Facebook, WhatsApp und wie sie alle heissen niemals privat seid. Deshalb sei es mir an dieser Stelle erlaubt festzuhalten, dass es eben nicht egal ist, wer seine Nase in meine privaten Fotoalben rein hängt, dass es bald jedermann möglich sein soll, zu erfahren, wann ich wo mit wem nach Hause komme. Sexuelle Präferenzen und politische Gesinnung sollen nicht per Generalverdacht persönliche Existenzen bedrohen können und ich will auch künftig wissen, welchen Preis ich für eine entsprechende Gegenleistung bezahle. Ganz zu schweigen, von kommenden Generationen, welche möglicherweise die Bedeutung von Privatsphäre erst einmal googeln müssen.

Alternativen gefragt!

Weil mir freie Entscheidung, Auswahlmöglichkeit, Privatsphäre und freier Markt als schützenswerte Güter erscheinen, mache ich es mir seit je her zur sportlichen Herausforderung, meine «Spuren» zu verwischen, verteilen oder zwischenzeitlich auch mal zu «löschen», indem ich beispielsweise regelmässig Cookies oder Caches lösche. Piwik anstelle von Google Analytics verwende, Fotoalben auf Facebook äusserst selektiv anlege oder Suchanfragen über DuckDuck-Go iniziere und Google so ab und an die lange Nase zeige. Augenwischerei? Mag sein aber die freie Wahl ist mir etwas Wert und deshalb freut es mich immer wieder, wenn sich Entwickler zu den brennenden Themen, Gedanken machen. Wenn wir unsere Privatsphäre selber mit Füssen treten, kann man ja Facebook und Konsorten erst recht keinen Vorwurf machen, wenn sie ihr Geschäftsmodell bis zur – scheinbar – überstrapazierbaren Schmerzgrenze ausreizen.
Abgesehen davon, dass ich selber WhatsApp kaum genutzt habe, bin ich zumindest erleichtert, dass ich meinen Kindern eine Alternative bieten und sie so für die demokratischen Grundrechte sensibilisieren kann, ohne ihnen das Recht auf moderne Kommunikation zu verwehren.
Mit «Threema» stiess ich auf eine App, welche den Nutzer ernst nimmt und seine Privatsphäre respektiert. Dass es sich dabei um ein Schweizer Startup handelt, macht die Sache noch sympathischer. Für einen Unkostenbeitrag von CHF 2.– lädt man sich die App aufs Device und erstellt beim ersten Aufstarten einen persönlichen Schlüssel. Selbstverständlich benötigt auch Threema einen Zugriff auf die Kontaktdaten, diese werden jedoch nur noch verschlüsselt weiter gegeben. Damit ich die App überhaupt benutzen kann, melde ich mich mit einem Code erst einmal an. Dies ist die schlechte Nachricht für alle privaten Schnüffler innerhalb der Familie. Schnell einmal die Chats vom Partner durchforsten ist nicht mehr …

Threema verteilt sich nicht eigenständig, sondern jeder Nutzer bestimmt selber, mit wem er Kontakt aufnehmen will und wer draussen bleiben soll. Will man mit jemandem Kontakt aufnehmen, sendet man der Person via, (verschlüsseltem) SMS seinen persönlichen Schlüssel oder lässt sich von diesem den privaten QR-Code ab fotografieren.

Momentan hat das ganze noch einen entscheidenden Haken. In meinen Kontakten finden sich leider erst eine Hand voll Nutzer, welche auf Threema umgestiegen sind. Dies wird sich jedoch in den nächsten Wochen bestimmt ändern. Bis da hin verwende ich einfach iMessage – sende weiterhin meine Daten an Apple – und warte gespannt, wie sich meine Threema-Community entwickelt. Die CHF 2.– für ein Unternehmen, welches sich dem Thema «Schutz von Privatsphäre» ernsthaft annimmt, waren es mir allemal wert.

Zur Threema Website
Weitere Messenger-Alternativen
Wie die Superwanze «WhatsApp» unsere Privatsphäre aushöhlt
Geheimdienste stecken unter einer Decke.

Totale Überwachung bald auch im Schlafzimmer.

Die – zugegebenermassen – kleine Flamme der Empörung über die Machenschaften der Geheimdienste und deren flächendeckende Überwachung, unbescholtener Bürger, ist kaum erloschen, schon zündet die nächste Stufe der dreisten Missachtung von Privatsphäre und demokratischer Grundrechte. Energie Wasser Bern startet in den nächsten Wochen das Projekt «Smart Meter». Was auf den ersten Blick elegant klingt ist in Wirklichkeit ganz schön gerissen. Energiemultis, Geheimdienste aber auch kriminelle Organisationen erhalten schon bald die Möglichkeit, sich «legal» 7/24 in unser Leben einzuhacken.

Die Kunden von EWB müssen sich 2014 «gratis» ein Gerät an ihren Zähler anschliessen lassen, mit dessen Hilfe der Kunde im Stande sein soll, die grössten Stromfresser ausfindig zu machen. So sollen diese «autonom» den Stromverbrauch optimieren können. Als intelligentes Stromnetz soll der iStrom namens «SmartGrid» den Verbrauchern weltweit Freiheiten schenken, welche diese schon immer vermisst haben sollen. Das Gerät erzeugt «Stromnetze, welche durch ein abgestimmtes Management mittels zeitnaher und bidirektionaler Kommunikation zwischen Netzkomponenten, Erzeugern, Speichern und Verbrauchern einen energie- und kosteneffizienten Systembetrieb für zukünftige Anforderungen unterstützen.» (O-Ton EWB)

Dem aufmerksamen Leser sollten spätestens jetzt die Nackenhaare aufstellen. Denn genau mit diesen Argumenten wurde uns in den letzten Jahren das Internet angepriesen. Luca Caracciolo beschreibt in seinem Artikel eindrucksvoll, welch hohen Preis wir für das Recht auf allzeit verfügbare Kommunikation bezahlt haben. Wir alle haben damit vermeintlich die Freiheit erhalten, uns jederzeit Informationen beschaffen, mit Freunden in aller Welt Kontakt aufnehmen oder rund um die Uhr einkaufen zu können. Auf die Kehrseite der Medaille machte uns Edgar Snowden dieses Jahr schmerzlich aufmerksam. Niemand ist heute mehr sicher vor dem weltumspannenden Überwachungswahn der Staatlichen Institutionen. Egal ob Diktatur, Monarchie oder Demokratie, sämtliche Regierungen dieser Welt haben Angst. Angst vor eben genau diesen Freiheiten ihrer eigenen Bürger. Mit Freiheiten muss man umgehen können und weil uns dies der Staat nicht zu traut, werden wir überwacht. Vordergründig wird uns dies als präventiver Schutz vor Terrorismus verkauft. In Tatsache hat uns das «freie» Internet zum gläsernen Bürger gemacht, welcher – ist der Computer erst mal ans Netz gehängt – auf Schritt und Tritt gescannt werden kann.

Verbrechen lohnt sich …

… für die Energielobby, Hobbyschnüffler und den Überwachungsstaat. Bis heute hatten die kleinen Revoluzzer unter uns noch die Möglichkeit des passiven Widerstands, indem sie sich ab und an mal für ein paar Stunden aus dem Netz verabschiedet und den Computer vom Internet getrennt haben. Doch damit soll schon bald Schluss sein. Aber worum geht es bei dieser neuen, «unverzichtbaren Technologie» denn wirklich?
Einmal angeschlossen, zählt das Gerät fleissig mit und teilt dem «mündigen» Bürger geflissentlich mit, ob Geräte gerade Strom ziehen und in welchem Masse diese Energie fressen. Der Konsument soll so in der Lage sein, seine Wäsche nur noch bei Niedertarif zu waschen. Aha? Wahnsinn!!! Da sich das smarte Kästchen mit einer App verbinden lässt, spricht der Zähler auch mit dem Smarphone. So sollen wir bald schon beruhigt in die Ferien fahren und potenzielle Einbrecher von der Strandliege auffliegen lassen können. Knipst da nämlich mal so ein Bösewicht den Schalter an, machen wir ihm via mobile Device gleich wieder das Licht aus. Das Gerät schaltet also sofort auf Alarm, weil die Dumpfbacke von einem Einbrecher die Taschenlampe vergessen hat und Strom braucht um mir die Bude ausräumen zu können. Oho, das kann was, dieses kleine Helferlein!

Mit der NSA ins Bett

Schiebt man mal den Schleier der vermeintlich unverzichtbaren Nutzervorteile bei Seite, zeigt sich das Wahre Potenzial des «Smart Meters»! Werber, Privatschnüffler, Telekom, Fernseh- & Radiostationen, Unternehmen, Staat und Geheimdienste reiben sich heute schon lechzend die Hände über die bevorstehende Datenflut an Informationen und das immense Potenzial an krimineller Energie jeglicher Couleur, welche sich damit künftig nutzen lassen. Das #SmartGrid informiert nämlich darüber, wann, welches Gerät wo und wie lange Strom frisst. Mit Hilfe dieses Tools kann eruiert werden, welcher Sender, welche Radiostation gerade übertragen wird. Ist es nun die Lese- oder Nachttischlampe, welche brennt oder etwa doch die Waschmaschine im Material schonenden Feinwaschgang? Wie sind die Gewohnheiten des Mieters, wann verlässt er das Haus und weshalb kehrt er jeweils erst früh morgens wieder zurück …? Alles Fragen, deren Antworten nicht in falsche Hände fallen sollten. Doch spinnen wir die Gedanken noch etwas weiter. Hängt der Computer nämlich erst einmal am Stromnetz, ist es für das organisierte Verbrechen – und hier sind ausnahmsweise mal nicht ausschliesslich die Geheimdienste gemeint – ein Leichtes, sich ins Netz einzuhacken und sich nach Belieben zu bedienen …

Mir jedenfalls kommt ein solches Gerät niemals ans Netz, weil es niemanden etwas angeht, was in meinen privaten vier Wänden geschieht, egal, ob ich mir nun die Zähne putze, ein Glas Wasser trinke oder meinen Wintergarten dauerbeheize …

Dieser Kurzfilm veranschaulicht eindrücklich, wohin die Reise des totalitären Überwachungsstaates via smartem «Stromzähler» geht.

Geheimdienste stecken unter einer Decke

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Als vor einigen Monaten ein inzwischen einschlägig bekannter Edward Snowden die Weltöffentlichkeit über die Machenschaften der amerikanischen Geheimdienste und insbesondere des NSA aufklärte, wurde dies von den Medien zwar aufgenommen, die Politiker dieser Welt wiegelten jedoch allesamt gleich ab. Von #Neuland war die Rede, dass es nicht zum guten Ton gehöre, wenn man in die Privatsphäre von Bürgern «befreundeteter» Staaten eindringe. Wer aber nichts zu verbergen habe, habe  schliesslich auch nichts zu befürchten, war der einhellige Tenor.
Gleichzeitig wurde Snowden zum – sieht man mal von einer Hand voll alQaida-Schergen ab (ups ich habe doch tatsächlich den Namen ausgeschrieben, den man nicht schreiben darf) – meist gesuchten Mann auf unserem Globus. Als Landesverräter stand (steht er noch immer) da. Kein Land mag ihm Asyl gewähren, weil man es sich ja mit den allmächtigen Amis nicht anlegen will. Doch eigentlich sollten die Regierungen dem Mann allesamt dankbar sein, dass endlich mal jemand dokumentieren kann, was der aufgeklärte Bürger schon lange ahnt.

Der wahre Grund, weshalb Politiker allesamt diesen Ball lieber flach halten wollen, ist wohl, dass die Geheimdienste dieser Welt alle unter einer Decke stecken und sich die Daten der überwiegend unbescholtenen Bürger gegenseitig zu schieben. Vom Milliarden GB schweren Datenkuchen fallen genügend Krümel für lokale Schnüffler ab, so dass es ziemlich peinlich wäre, käme plötzlich ans Licht, dass sämtliche Geheimdienste lange nicht mehr nur potentielle Terroristen im Visier haben, sondern längst von einer Datenflut an Informationen über die unbescholtene (eigene) Bevölkerung überspült wurden. «Nichts, was wir je im Internet gemacht haben und weiterhin tun werden, geht den Schnüfflern mehr durch die Lappen!» Interessanterweise konnten aber gerade die Boston-Bomber nicht von ihrem Anschlag abgehalten werden, obwohl sie den Geheimdiensten eigentlich bereits ins Netz gegangen waren. Da sie aber danach plötzlich im Internet nicht mehr aktiv waren, wurden sie von der Watchlist gestrichen. Man muss ja schliesslich die vom Steuerzahler subventionierten Staats-Ressourcen vernünftig koordinieren.

«Ist ja gar nicht so schlimm, ich habe ja nichts zu verbergen», wird sich der eine oder die andere LeserIn nun denken. Was ist aber, wenn sich heute gültige Regeln eines Tages ändern und es beispielsweise – siehe Russland – einfach reicht, homosexuell zu sein, damit man über Jahre weg gesperrt werden kann? Wo bleibt das Recht auf freie Meinungsäusserung, wenn man an amerikanischen Flughäfen fest gehalten und in den Knast gesteckt wird, nur weil man im Land eine «Bombenparty» steigen lassen will und dies dummerweise kurz vor dem Abflug über Twitter verbreitet hat? Und wenn wir schon dabei sind, wie verhält es sich mit der Pressefreiheit, wenn Internet-Traffic und Mail-Verkehr von Redaktionen durch staatliche Institutionen systematisch abgegriffen und mit gelesen werden?
Würden sexuelle Präferenzen nicht über Nacht zum Thema, sollte sich der Gelegenheits-XXL-Seiten-Besucher entscheiden, in die Politik einzusteigen? In England beispielsweise steht bereits ein Gesetz in den Startlöchern, welches den Konsum von Porno im Internet unterbinden will, indem es mündige Bürger dazu zwingt, sich bei einer Behörde zu melden, falls sie sich weiterhin Erwachsenenfilme im Netz anschauen wollen, nachdem diese Sites flächendeckend gesperrt wurden … Was, wenn man plötzlich über Nacht der falschen Religion angehört? Hatten wir das nicht alles schon mal in Europa? Und wie sieht es denn eigentlich mit  Wirtschaftsspionage aus? Der Cyber-War ist längst im Gange und niemand verfasst Reglemente, Gesetze oder internationale Abkommen rund ums Thema «digitaler Datenverkehr im Internet».

Dabei sollte das Thema den Politikern aller Länder auf Jahre hinaus genügend Stoff für ihr Partei-Programm bieten. Doch, weit gefehlt! Niemand wagte es bis anhin, diese heisse Kartoffel anzufassen. Bis just zu jenem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass auch #Merkelphone abgehorcht wurde. Ui, war nun die Empörung gross!!! Heieiei, was war das für ein Skandal! Nicht mal mehr Frau Merkel konnte ungestört mit Freunden und Bekannten – über ihr ungesichertes Telefon – tratschen. Der geneigte Beobachter mag sich über die Naivität der Frau Bundeskanzlerin wundern. Die mächtigste Frau dieser Welt labert also 2013 noch schnurlos über ein ungesichertes Telefon? Einen Skandal mag ich hier aber beim besten Willen keinen sehen. In diesem Bereich gehört die Gegenseitige Spionage seit Jahrzehnten zum guten Ton, egal ob Freund oder Feind. Die flächendeckende Überwachung von Privatpersonen ist aber neu, einer Demokratie unwürdig und mit der Power heutiger Technologie schlicht einzigartig!

Sei’s drum, für die Medien ist der aktuelle Aktivismus der Geheimdienste seit dem «Outing» von Snowden immer ein Thema. Dass man dieses mit Hilfe moderner (Internet)-Technologien durchaus spannend, nachvollziehbar und multimedial veranschaulichen kann, beweist «The Guardian» mit diesem Artikel auf eindrücklichste Weise:

NSA FILES DECODED: What the revelations mean for you.