One more thing …

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Eines sei hier bereits vorneweg erwähnt: «Neuigkeiten wurden am gestrigen Apple-Event keine präsentiert.» Dafür haben sich beinahe sämtliche Leaks und Gerüchte rund um die neue Produkte-Palette als zu real heraus gestellt. Sieht man mal davon ab, dass in Apples Flaggschiffen, iPhone 6 und 6+ nun doch kein Saphirglas verbaut werden soll, lanciert das Unternehmen erwartungsgemäss zwei neue Bildschirmgrössen fürs iPhone, will den Markt mit einem neuen Bezahlsystem aufmischen und steigt es nun – wie längst erwartet – ins Business der sogenannten Wearables ein.

Live geht anders!
Und Apple wüsste eigentlich wie … Am auffälligsten und durchaus überraschend wurde gestern der grösste Faux Pas in Apples Live-Übertragungs-Geschichte wahr genommen! Denn während bestimmt Millionen neugieriger Zuschauer gespannt vor ihren Bildschirmen auf den Live-Stream des Events warteten, brach das System mehrfach zusammen, war zeitweise komplett vom Netz und wurde das Publikum Minuten lang vom japanischen Geschwafel einer Simultanübersetzerin genervt! Nun, hoffen wir mal, dass wenigstens die Hardware das hält, was den verbliebenen Zuschauern gestern vom Apple-Leaderboard im Sekundentakt vor gebetet wurde.

Das schönste, beste, schnellste …

Ob das neue iPhone nun das beste, schönste, schnellste Device der Welt sein wird, entscheidet letztlich der Markt. Mir gleichen die beiden Aushängeschilde in seiner neuen Ausprägung nun zu sehr einem Samsung Galaxy. Dieser Umstand ist vor allem zwei augenscheinlichen Änderungen geschuldet. Apple verabschiedet sich (endlich) wieder vom unhandlichen, kantigen Design und es bringt nun doch zwei Übergrössen, welche scheinbar vom Markt gefordert wurden …

Ob es nun doch auf die Grösse ankommt oder ob weiterhin die inneren Werte zählen, sei erst einmal dahin gestellt. Wer sich in naher Zukunft für die Anschaffung des 5.5-Zoll-iPhones entscheidet, spart sich wenigstens das iPad-Mini. Aber auch die 4.7-Zoll-Variante lässt sich nur noch mit grossen Pranken einhändig bedienen. Ob das im Sinne des Erfinders war, bleibt für immer ein Geheimnis. Ich werde den Apple-Store jedenfalls nicht gleich stürmen, bevor das iPone 6 nicht (wohl in seiner S-Ausprägung, Herbst 2015) das längst fällige Saphirglas verpasst kriegt.
Blendet man nämlich die gebetsmühlenartig vorgetragene Augenwischerei der gestrigen Referenten aus, bleiben zwei grosse, um nicht gleich zu sagen riesige, unhandlich zu bedienende und wohl etwas schnellere iPhones übrig, welche mit Technologien ausgestattet wurden, die zumindest in Europa noch eine ganze Weile kaum Relevanz haben dürften.

Hokuspokus …
Dem Umstand, dass – insbesondere das iPhone6+ – kaum mehr mit einer Hand bedient werden kann, treten die Apple-Entwickler mit einer «ausgesprochen sensationellen» Innovation (einem «Trick») entgegen. Per Doppelklick auf den Home-Button verschiebt sich der gesamte Bildschirminhalt (die Menuleiste) um die Hälfte nach unten (…). Wow …? Zurück bleibt ein hälftig schwarzer Bildschirm und ein fauler Kompromiss, welcher wohl  bestätigt, dass zumindest die Apple-Welt keine Bildschirmübergrössen braucht und sie nun dennoch bekommt. Es bleibt abzuwarten, was sich zuerst vom Markt verabschiedet, das iPad Mini oder die Plus-Variante des iPhones.

Hochstehende Bilder dank neuer Technologie?
Die Kamera bringt weiterhin lediglich 8 Megapixel auf den Chip und soll dank neuer Technologien dennoch für nachweislich bessere Resultate sorgen. Zum einen wurde die Kameralinse mit einem Bildstabilisator ausgestattet. Wobei (nur) beim 6+ die Linse auch physisch «stabilisiert» wurde. Was vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen für ansprechende Resultate sorgen soll. Zum anderen führt Apple sogenannte Focus-Pixel ein. Gewöhnungsbedürftig wird der vorstehende Kamera-Ring auf der Rückseite des Devices sein. Die Auflösung der neuen Devices heisst nun «Retina HD» und weisst beim 6+ eine Pixel-Dichte von 2 Mio. Pixeln auf. Ein eingebauter Sensor misst nun auch Höhenunterschiede und mit den neuen iPhones soll in Bälde bezahlt werden können. Apple Pay nennt sich der neue Dienst, welcher vorerst der amerikanischen Klientel vorbehalten bleibt. In Europa wird dieser jedoch noch weit bis ins 2015 hinein auf sich warten lassen und ob er sich letztlich hierzulande etablieren wird, entscheidet der Markt und hängt nicht zuletzt davon ab, ob die von Apple gemachten Sicherheits- und Privacy-Versprechen auch wirklich eingehalten werden können. In Amerika bezahlt heute kaum mehr jemand mit Bargeld, während die Kreditkarte in unseren Graden nach wie vor um eine Flächendeckende Akzeptanz kämpft. Geld ist mit der neuen Apple-Technologie jedoch bestimmt noch schneller ausgegeben. Und darum geht’s dem freien Markt ja bekanntlich. Die Schuldenberater wird’s freuen … Interessant wäre dabei noch, wie viel Tantiemen bei jeder Transaktion an Apple fliessen?

Zwischenfazit: Die neuen Devices stellen eine solide Weiterentwicklung der iPhone-Linie dar, lassen aber zumindest mich den Apple-Store nicht gleich stürmen. Zumal ich mit der grösse meines 5s mehr als zufrieden bin und jener Fraktion angehöre, welche Übergrössen im Phone-Markt schon immer als überbewertet empfunden habe …

iPhone für Arme oder ich bin auch eine Uhr

Geht es nach Apple, soll unser Handgelenk demnächst mit einem neuen Gadget bestückt werden. Es handelt sich dabei jedoch in erster Linie nicht um ein iPhone für den Arm sondern um einen ausgewachsenen Fitness-Tracker. Denn auch wenn das Gehäuse-Design an ein geschrumpftes iPhone-Classic (also bereits etwas retro) erinnert und deshalb zumindest etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, kann man mit dem Mini-Computer lediglich Telefongespräche auslösen, fürs Plaudern benötigt man (glücklicherweise) weiterhin ein iPhone. Mutet das Gehäuse-Design etwas gar geekig und klobig an, sind es hier definitiv die inneren Werte, welche überzeugen! Apple hat mit der neuen Linie wieder einmal allen gezeigt, wie Livestyle in einer neuen Produkte-Kategorie geht.

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Zeig mir deine Uhr und wir zeigen dir, wer du bist
Dass es sich hierbei unter anderem auch um eine Uhr handelt, ist eher als nebensächlich zu betrachten. Der Markt schreit seit Monaten nach einem multifunktionalen Fitness-Tracker und den wird er Anfang 2015 auch aus Cupertino erhalten. Mit dem neuen Armschmuck wird man künftig bezahlen können, Apple-Devices steuern, Fitness-Werte tracken, SMS (wohl eher Voice-Messages) versenden und auf eine bisher unbekannte Art und Weise mit Freunden kommunizieren. Doch Vorsicht! Ohne iPhone geht nichts! Damit bleibt sich der Konzern mit seinem Konzept des geschlossenen Biotopes zwar treu, ob dies der Marktdurchdringung der Apple Watch jedoch nützt, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin «spricht» die Apple Watch auch mit den Phones der 5er-Serie. Fest steht, dass die Apple Watch unendlich individualisierbar sein wird. Die Armbänder werden in zig Varianten ausgeliefert, selbst die Watch gibt es in drei Ausprägungen und auch das Gehäuse ist auswechselbar. Damit die Bedienung des Mini-Computers nicht etwas gar friemelig wird, haben sich die Entwickler eine neue Form der Bedienung ausgedacht. Zentrale Bedeutung wird hier die Bedien-Krone erhalten, welche seitlich am Gerät angebracht wurde und in analogen Zeiten zwecks aufziehen der Uhr diente. Do You Remember?

Die einen freut’s, die andern reut’s.
Fest steht, in den letzten Monaten haben sich Millionen zu Tracking-Junkies entwickelt, mit der Apple Watch kriegt diese Zielgruppe nun ein hochwertiges Produkt an den Arm, mit welchem  jeder F*** überwacht werden kann. Ob sich die «Uhr» jedoch wie von Apple gewünscht etablieren wird, hängt von der Usability, der Akkulaufzeit, dem Privacy-Versprechen und letztlich der Markt-Akzeptanz ab, ob es wirklich nötig ist, dass künftig jeder Pulsschlag gemessen und letztlich in der Cloud platziert werden soll … Die hochpreisige Qualitäts-Uhren-Industrie in der Schweiz wird sich jedenfalls wieder zurück lehnen, während die Unternehmensleitung bei Swatch gestern mehrmals leer geschluckt haben wird. Den Fitness-Tracker-Anbietern hat Apple mit der gestrigen Ankündigung das Weihnachtsgeschäft jedenfalls mächtig versalzen. Nike hat sich, mit seinem Fuel-Band  – auf Rat von Apple – hardwareseitig längst aus diesem Geschäft zurück gezogen. Dafür wurde die entsprechende Software aber bereits fix in iOS8 verbaut, welches ab dem 19. September zum Download bereit stehen wird.

Ach ja, und da war ja noch U2. Gääääääääähn! Wäre Apple hier doch lieber ihrer alten Tradition gefolgt und hätte weiterhin an der Zusammenarbeit mit talentierten Newcomern fest gehalten … Die Selbstdarsteller aus Dublin habe ich inzwischen gesehen und da bin ich bestimmt nicht der einzige.

 

Mit Hyperlapse im Zeitraffer durchs Leben rauschen.

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Noch immer schiessen Apps wie Pilze aus dem Boden. Und so ist es nicht immer leicht, die interessanten Perlen in einem Meer aus Schrott heraus zu picken. «Hyperlapse» ist nun aber endlich mal wieder so eine Perle, welche einer genaueren Betrachtung unterzogen werden sollte. Die App stammt aus dem Hause Instagram und beinhaltet lediglich eine Funktion, welche es aber dennoch in sich hat! Hyperlapse wird nämlich für absolut bemerkenswerte Zeitraffer-Aufnahmen genutzt. Während früher für Aufnahmen solcher Art ein Stativ notwendig war, werden Filme mit Hyperlapse sozusagen freihändig aufgenommen. Ob nun also das Device auf einem Fahrradlenker, im Auto oder auf einem Helm montiert wird, die App liefert am Ende beinahe wackelfreie Resultate. Dies ist möglich, da die Software auf den Bewegungssensor auf dem Smartphone zugreift und so, die Wackler rechnerisch eliminiert.

Wie eingangs bereits erwähnt, kommt diese App aus dem Hause Instagram, welches seinerseits vor zwei Jahren von Facebook aufgekauft wurde. Dennoch lässt sich die App problemlos bedienen, ohne das man dazu genötigt wird, sich bei irgend welchen Diensten zu registrieren. Die Filme bleiben also auf dem Device. Will man seine Kunstobjekte dennoch mit der Community teilen, werden einem aber auch keine Steine in den Weg gelegt und das Filmchen ist in nullkommanix auf Instagram oder Facebook hoch geladen.

Hyperlapse gibt aktuell lediglich für iOS-Devices, Androiden müssen sich noch etwas gedulden.

Italien und zurück für CHF 8.–

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Zugegeben der Titel dieses Beitrages trägt einen tendenziösen Anstrich. Aber als Blogger freut man sich über jeden einzelnen Leser und mit «Navigations-App fürs Handy» lockt man heute kaum mehr jemanden zur Lektüre. Die App welche ich im folgenden beschreibe ist jedoch dermassen begeisternd, dass ich sie schlicht jedem ans Herz legen mag, welche(r) sich in irgend einer Form im Privatverkehr bewegt. Doch nun zurück zum Start …

Ich plane eine Reise …
… mit einem Navi & zwei Fahrzeugen. «Ist doch alles kein Problem», höre ich die Leser(-innen) laut denken, «da fährt der eine ohne einfach jenem mit Navi hinter her und aus die Maus.» Kann man, muss man aber nicht. Insbesondere, wenn die Reise – während der Ferien-Hochsaison – nach Italien mit seinen unzähligen Zahlstellen und mittels Fähre und Zwischenhalt in der Pampas von Pisa zum Ziel führen soll. Glücklicherweise wurde ich ein paar Tage vor Reiseantritt auf eine vielversprechende Navigations-App von «Skobbler», welche ich mir auch alsbald aufs Device installierte, aufmerksam gemacht. Die zwei Franken, welche mich die App kostete waren es mir allemal wert. Kaum war die App installiert, machte ich mich auf Erkundungs-Tour und war sofort von der intuitiven Nutzerführung begeistert. Am liebsten wäre ich gleich los gefahren. Doch halt, muss ich bei den zu erwartenden Datenpaketen nicht mit horrenden Gebühren rechnen? Insbesondere, da ich mit einem Prepaid-Abo für jedes Mikrobite mehr löhne, als Mr. & Mrs. Flatrate.

Nun, die Lösung war schnell gefunden. Für weitere CHF 3.– pro Land, liessen sich die Karten in nullkommanix lokal speichern und das Navi anschliessend offline nutzen. Womit der Bogen zum einleitenden Titel gespannt hwäre.

Achtung Gefahrenstelle!
Wie eingangs bereits erwähnt ist die App dermassen intuitiv zu bedienen, dass sich die einzelnen Zieladressen innert weniger Minuten definieren liessen und die Reise tags darauf entspannt angetreten werden konnte. Zugegeben, die zur Basis-Installation gehörende Stimme versprüht ein Flair von Roboter-Stimme mit einem Hang zu hochprozentigem und kann einem schon mal den letzten Nerv rauben, wenn sie alle paar Meter jede noch so unbedeutende Kurve mit «jetzt halbrechts resp. halblinks abbiegen» ankündigt. Doch zum einen lässt sich die Assistentin kurzerhand stumm schalten und zum anderen lassen sich für jeweils CHF 2.– weitere Stimmen dazu laden. Egal, für welche Stimme man sich entscheidet, als besonders nützlich erweisen sich auf der Reise die regelmässigen, dezenten Hinweise «Achtung Gefahrenstelle»! Diese wiesen nämlich auf die zahlreich installierten Blitzer hin, auf deren Fotos jeder im Ferienalbum verzichten kann (funktioniert übrigens auch in der Schweiz, während Otto-Normal-Navi Schweizer Kästen nicht anzeigen).

Feature-Set bis zum Abwinken
Ist man erst einmal am Reiseziel angekommen, interessiert schnell mal, was man wo unternehmen kann. Kein Problem, unter «Kategorie» werden einem – offline Notabene – Hotels, Restaurants, Events, etc. in der Umgebung angezeigt. Schnell einmal den Wiki-Eintrag zur Stadt aufgerufen und man ist über die wichtigsten Eckdaten zur Region im Bilde. Stellt man vor Ort fest, dass die Unterkunft nicht hält, was der Katalog versprochen hat, der integrierte TripAdvisor präsentiert einem entsprechende Alternativen im direkten Umkreis. Ob Foresquare, TravelGuide oder aber Facebook-Share, die App lässt keine Wünsche offen. Sollte dies dennoch mal der Fall sein, ein entsprechender Feedback-Button ist schnell gefunden.

Freie Fahrt zum AppStore

 Auch Androiden gehen nicht leer aus …

Reset the Net!

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Heute jährt sich der Tag, an welchem erste Berichte von Edward Snowden veröffentlicht wurden, in welchen die systematische und flächendeckende Überwachung des Internets durch die NSA beschrieben wurde. Entsprechend gross war die Empörung. Auch knapp ein Jahr später erscheinen noch immer regelmässig neue Enthüllungen und längst ist klar, dass nicht nur die NSA an unseren privaten Daten interessiert ist.
Zum Jahrestag fordern Bürgerrechtler, IT-Unternehmen, Entwickler und Nutzer im Rahmen des Aktionstages «Reset the Net», die Rückeroberung des Internets. Ziel dieser Aktion ist es, Entwickler aber auch private Nutzer dazu aufzurufen, sich für die Wahrung der Privatsphäre im Netz einzusetzen indem sie beispielsweise ihren Apps ein «NSA-resistentes Feature» spendieren oder den privaten Webtraffic mit entsprechenden Tools sicherer machen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung kostenloser Software für die Bereiche Datenschutz, Anonymisierung und Verschlüsselung des Rechners und Mobilgeräte.

Mitmachen und Gewinnen!
Jeder ist dazu aufgerufen, die Aktion zu unterstützen. Dies kann durch einen Blogbeitrag, das Sharen entsprechender Inhalte oder der «Reset the Net»-Webpage oder der Beteiligung an Diskussionen bei der Twitter Brigade geschehen. Hier ist das Ziel, Konzerne wie Apple, Google, Amazon oder Facebook koordiniert dazu aufzufordern, mehr zur Wahrung der Privatsphäre ihrer Kunden zu unternehmen. Ihr könnt also eigentlich nur gewinnen und zwar mehr Privatsphäre …

Girlspower am Junior Web Award!

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Gestern ging – mit der Preisverteilung, im Kongresshaus Zürich – bereits die achte Runde des «Swicht – Junior Web Award» zu Ende. Insgesamt reichten die Schulen rund 200 Web-Projekte in den Kategorien: Primarschule, Sek 1 und Sek 2 ein. Augenfällig waren dieses Jahr die Sieger. Erstmals standen nämlich zwei reine Mädchenteams mit ihren Projekten zu forderst und räumten die attraktiven Preise gleich bergeweise ab. Die Sieger sind aber nicht nur um TabletPCs, Smartphones oder Multifunktionsdrucker reicher, sie dürfen sich jeweils auch noch auf einen Programming-Day bei Google Zürich freuen.

Gewinner Primarschule:
Swisstic
Klasse Rüegg Obermeilen, 6. Klasse PSO-6b, Meilen

Gewinner 1. Sekundarschule:
Les Rockeurs de la 9P3
ES Pully, classe 9p3, Pully

Gewinnerinnen 2. Sekundarschule:
Yond Yeti
Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Luzern, Klasse W2a

Gewinner Jurypreis:
Senior
Kantonsschule Trogen, Klasse EFInformatik, Trogen

Gewinnerinnen Publikumspreis:
WWKids
Mädchensekundarschule St. Katharina, Klasse 1a, Wil

Gewinner Programmierpreis:
Jura Activities

Ecole des Métiers Techniques, INF3, Porrentruy

Junior Web Award auf Facebook

AppCooker; nützlicher Helfer in der App-Entwicklung

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Während meiner täglichen Arbeit als Webmaster, in der Entwicklung von Apps und als Grafiker, suche ich unentwegt nach Tools, welche mir und den Kunden das Leben erleichtern. Oft fehlt in der Entwicklung eine entscheidende Schnittstelle, nämlich jene zwischen Entwurf am Desktop und dem Kunden. Da hilft es oft wenig, wenn dieser die Layouts jeweils am Desktop – oder schlimmer – auf Papier präsentiert bekommt. Da können noch so schöne Interaktions-Pläne entworfen und Entwürfe pixelgenau in Photoshop gezeichnet werden, der Kunde kann sich oft schwer vorstellen, wie sich die App dann letztlich anfühlt und hat so auch wenig konkrete Möglichkeiten, auf das Projekt Einfluss zu nehmen, da er sich darauf verlassen muss, dass die Entwickler schon wissen werden, was sie tun.

Wie sich bestimmt auch schon rumgesprochen haben wird, sprechen aber auch Entwickler und Designer nicht zwingend die selbe Sprache. «Entwicklersprech – schwere Sprache …» aber auch einem Grafiker hilft es meist nicht, wenn Entwickler bereits erste Prints mental in bits und bites zerlegen und dabei nebensächliches wie das Erscheinungsbild der App auf der Strecke bleiben. Schaut euch ruhig mal in den Stores der unterschiedlichen Anbieter um und entscheidet selber, wie viel augenkrebs verursachender Schrott sich darin tummelt …
Das ist schade für die Arbeit, den Kunden und dessen Budget und die projektbeteiligten Entwickler. Denn in der Regel ist es FaktorX schwieriger, mögliche Nutzer auf eine App aufmerksam zu machen, als diese gleich wieder zu verlieren.

AppCooker schafft spielend einfach Klarheit
Die Lösung für oben angesprochene Probleme, also eine Schnittstelle zwischen den Projektbeteiligten können Programme zur Erstellung von MockUps sein. Es gibt inzwischen dutzende solcher Tools und ich habe mir im Verlauf der Jahre einige angesehen und fleissig getestet. Aktuell bin ich aber bei AppCooker hängen geblieben. AppCooker bietet beinahe alle Möglichkeiten um mit den entsprechenden Zutaten ein auf dem Device klickbares MockUp erstellen zu können. Nach einer extrem kurzen Einarbeitungszeit werden diese MockUps so gut, dass es beinahe wieder schwer fällt, dem Kunden zu erklären, dass es sich bei dem Ding auf seinem Device nicht um die fertige App handelt.

Auf die richtigen Zutaten kommt’s an
Ein weiteres Plus für die App ist, dass man mit ihr gleich auf dem Tablet arbeitet. Auch auf dem iPhone wäre dies möglich nur ist mir da der Screen schlicht zu klein, damit ich mir jeweils einen vernünftigen Überblick verschaffen kann. Wenn du als Entwickler täglich mit Kunden, Grafikern oder Dienstleistern zu tun hast, sollte dich der Preis von CHF 20.– für die App nicht von einem Kauf abhalten. Den Ärger und die damit verbundenen endlosen Fragen zu Funktionalität, Nutzererlebnis oder Design werden mit diesem Tool entscheidend geringer werden.
Einmal auf dem iPad installiert, geht es auch gleich schon los. Du kannst ein neues Projekt anlegen, ein bestehendes duplizieren, eines (eigenes) aus iTunes runter laden oder aus Dropbox/Box importieren.
Als nächstes definierst du den Namen des Projektes, wählst das Ziel-Device (iPhone, iPad) und legst die horizontale/vertikale Ausrichtung der App fest, schon wird dir das neue Projekt auf dem Bildschirm angezeigt. Klickst du nun auf dieses, besteht auf erster Ebene die Möglichkeit, Notizen anzulegen, ein App-Konzept du definieren und festzuhalten, Metadaten für den AppStore festzulegen oder gleich mit dem MockUp zu beginnen.

Widgets, wohin das Auge reicht!
Nun kannst du mit dem erstellen des klickbaren MockUps los legen. Mit einem weiteren Klick auf den initialen Startbildschirm öffnet sich das zugehörige Fenster, wo du mit Hilfe diverser Widgets eine Abstrakte KlickApp zusammenstellen kannst. Reicht dies nicht aus, besteht die Möglichkeit, eigene Layouts über Dropbox ins Projekt zu importieren. Einzelne Screens lassen sich anschliessend duplizieren und miteinander intuitiv verbinden.

Ich könnte an dieser Stelle noch lange auf die Vorzüge dieser App hinweisen und jedes einzelne Tool, Widget und Feature im einzelnen beschreiben. Das macht aber schlicht keinen Sinn, da die App in grössten Teilen selbsterklärend ist und es einfach nur Spass macht, dieses Tool anzutesten, um kurz darauf festzustellen, dass man im Entwickler-Alltag nicht mehr darauf verzichten mag.

iOS 7 weiss, wo du warst.

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Und das ist längst nicht alles. Technikaffine Nutzer von iOS-Devices wissen schon längst, dass iPhone und iPad jeden unserer Schritte mit verfolgen und aufzeichnen. Dabei spielt keine Rolle, ob das Device über WLAN oder Funkverbindung mit einem Netz verbunden ist. Apple meint dazu, dass sie diesen Dienst ab iOS7 eingeführt hätten, damit dem Nutzer bessere Karten, allfällige Verkehrsmeldungen, personalisierte Werbung oder beliebte Events angezeigt werden können. Alles schön und recht, nur wüsste ich als mündiger Nutzer von solchen Geräten zumindest gerne bescheid, welche Daten zu welchem Zweck gesammelt werden.

Zwar habe ich die Möglichkeit, diese Aufzeichnungen inaktiv zu schalten, damit dies jedoch möglichst nicht geschieht, hat Apple die entsprechenden Einstellung tief vergraben. Würde man sich jedoch trotzdem mal die Mühe machen um in die Niederungen der Einstellungen hinunter zu steigen, könnte den einen oder andern ein flaues Bauchgefühl befallen. Das iOS-Device weiss nämlich wann, wie oft, wie lange und wo sich der Besitzer jeweils aufgehalten hat. Weiter definiert das Device auch gleich, wo der Nutzer wohnt, ob er bei der Arbeit erschienen ist oder eben nicht und ob der Partner wirklich länger arbeiten musste oder eben doch einen Abstecher in den Saunaclub gemacht hat. Als ob das alles noch nicht genug wäre, werden die entsprechenden Orte auf der iOS-Karte auch gleich angezeigt. Praktischerweise werden diese Dienste von Haus aus nach der Installation von iOS7, aktiv geschaltet. Damit dies dem Nutzer auf keinen Fall auffällt, ist einzig die Funktion «Statusleistenobjekt» inaktiv geschaltet. Diese zeigt dem Besitzer eines iOS-Gerätes nämlich an, wann ein Dienst gerade mal wieder Profildaten sammelt und gen Cupertino übermittelt.

Wer sich gerne mal selber ein Bild machen will, welche Profile sein Device sammelt, sollte sich mal die Mühe machen und sich das Ganze unter Einstellungen => Ortungsdienste => Systemdienste => Häufige Orte anschauen.

Duckduckgo sucht anonymisiert.

Bildschirmfoto 2014-03-10 um 14.28.08Im Zusammenhang mit der PRISM-Affäre feiern anonymisierte Internetdienste Hochkonjunktur und WhatsApp-Nutzer – insbesondere im deutschsprachigen Europa – laufen in Scharen zur vermeintlich sicheren Konkurenz über.
Auch wenn man als Durchschnitts-User längst vor der Sammelwut der Internet-Riesen resigniert hat, kann schon mal etwas Schadenfreude aufkommen, wenn man den jeweiligen Datenkraken ein Schnippchen schlagen kann. Auch wenn es die totale Sicherheit der Privatsphäre im Internet wohl nie gegeben hat und der Begriff des gläsernen Nutzers abgedroschen ist, bereitet es mir immerwieder Freude, wenn sich Alternativen zu den ausgetretenen Internet-Pfaden auftun. Einer dieser Pfade stellt die Internet-Suche dar. Allein schon die Begrifflichkeit lässt die überwiegende Zahl der Internet-Nutzer darauf schliessen, dass googeln für Suchen steht. Dabei gehen Bing oder Yahoo schnell einmal vergessen. Was aber auch nicht wirklich ein Verlust ist. Wer schon mal über diese Suchmaschinen gesucht hat, weiss, wovon ich spreche.

Seit einigen Wochen mache ich mir jedoch nun schon einen Spass daraus, meine ersten Suchanfragen jeweils über die Suchmaschine «Duckduckgo» zu starten. Ich war von Anfang an über die Qualität der Treffer überrascht und habe die Maschine inzwischen über ein AddOn in meine Browser integriert.

Datenschutz gross geschrieben

Sieht man mal vom eingangs erwähnten Mythos der totalen Sicherheit im Internet ab, bietet sich Duckduckgo immerhin als valable Alternative an. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand. Duckduckgo erklärt nämlich in seinen Datenschutzbestimmungen, dass sie keinerlei Nutzerprofile filtern und dass die Suchmaschine auch darauf verzichtet IP-Adressen mit Suchanfragen zu koppeln und diese auf lokalen Servern zu speichern. Liegen also keine IPs vor, gibt es auch keine Organisation, welche sich diese nicht vorhandenen Informationen besorgen könnte. Da die Maschine komplett auf das tracken von Nutzerprofilen verzichtet, sucht der Nutzer auf der Seite auch vergebens nach Werbe-Spam. Es werden also nur unbezahlte, reale Ergebnisse angezeigt. Sogenannt personalisierte Suchergebnisse sucht man bei Duckduckgo also vergebens.

Wer sich also auch einmal den Spass machen will und nicht gleich radikal umsteigen mag, kann seine nächste Suchanfrage einfach mal über diesen Link starten: https://duckduckgo.com

Massive Angriffswelle auf WordPress-Instanzen!

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Wie es scheint, greift derzeit mal wieder ein weltweites Botnet WordPress- und Joomla-Installationen an und versucht sich mit dem Nutzernamen «admin» ins BackEnd einzuloggen. Im Eiltempo wird dabei ein entsprechender Katalog aus tausenden Login-Einträgen abgearbeitet. Auf diesem Weg wird versucht, das richtige Passwort heraus zu finden. Die betroffenen Seiten stellen in dieser Zeit eine massiv erhöhte Anzahl an Login-Versuchen – sogenannten «Brute Force Attacken» – fest.

Gelingt es diesen Bots, in eine Installation einzudringen, können die Angreifer ein ungleich mächtigeres und schnelleres Botnet aufbauen, um damit schliesslich wirklich grosse Seiten anzugreifen. Angriffe auf Bankenseiten, haben dieses Vorgehen ja bereits aufgezeigt. Da serverseitig installierte Botnets zuverlässiger sind, als infizierte PCs, liessen sich so wirkungsvollere Attacken fahren.

So schützt du dein WordPress vor Angriffen

Die Informationen, wie man sein WordPress effektiv gegen Angriffe schützt, sind eigentlich weit verbreitet. Trotzdem kann es an dieser Stelle nicht schaden, einige Basics nochmals zu beschreiben:

– Als erstes solltest du den Nutzernamen «admin» vermeiden, resp. von deiner Installation verbannen. WordPress richtet diesen per Default ein und so ist es ein leichtes, Angriffe auf diesen Nutzer zu starten. Dieser Blog beschreibt, wie du den Admin-Nutzer los wirst.

– Dein Passwort sollte sicher sein. Das bedeutet, dass du Eigennamen, persönliche Informationen, einzelne Wörter oder Zahlenfolgen vermeiden solltest. Das Passwort sollte sich aus Zahlen, Sonderzeichen, Gross- und Kleinbuchstaben zusammen setzen. Dabei gilt, je länger, desto besser.

– In meinem Fall hat sich aber auch das Plugin «Limit Login Attempts» bewährt. Zum einen werde ich bei jedem Angriff darüber informiert, dass sich ein Unbefugter Zugang zum BackEnd verschaffen will, zum andern habe ich die Möglichkeit, nach einer definierten Anzahl an falschen Logins, IP-Nummern zu sperren.

– Eine weitere, effektive Möglichkeit, sein BackEnd zu schützen, ist ein Master-Passwort über die Datei .htaccess einzurichten. So wird den Angreifern schon der Zugriff auf das Login-Formular von WordPress verwehrt. Wie das funktioniert, seht ihr in diesem Beitrag. Diese Massnahme entlastet auch den Server, so dass die Ladezeiten deiner Seite nicht in die Höhe getrieben werden.

– Wem dies alles noch nicht reicht, kann ganzen Ländern den Zugriff auf die Page verbieten. Dazu kannst du dir auf dieser Seite beispielsweise sämtliche IP-Adressen der entsprechen Länder heraus picken und diese in deine .htaccess-Datei einfügen. So sollte anschliessend dafür gesorgt sein, dass aus den entsprechenden Ländern keine Attacken mehr gefahren werden können. Dazu lohnt sich initial ein «whois» über den Terminal abzufeuern, um erst einmal heraus zu finden, welche Länder gerade davon betroffen sind. Aktuell scheint es sich um Japan, Türkei und Asien zu handeln.

In 10 Schritten den WordPress-Admin-Bereich schützen.

WhatsApp verliert an Boden.

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Kaum ein Tag vergeht, an welchem nicht auf irgend einem Medium eine Meldung zu WhatsApp zu lesen ist. Seit heute ist nun auch bekannt, dass der weltweit angesagteste Messenger den Besitzer wechselt. Facebook hat sich die App nämlich für die beachtliche Summe von 19 Mia. Dollar gekrallt. Dies, obwohl Facebook selber über einen technisch hochstehenden Messenger verfügt. Dieser Kauf macht klar, wie viel dem SocialMedia-Riesen unsere privaten Daten wert sind. Umgerechnet zahlt Facebook nämlich für jeden WhatsApp-Nutzer rund 40 Dollar und macht trotzdem noch immer seinen Schnitt! Aus Sicht von Zuckerbergs Imperium war diese Aquise nichts als logisch und letzten Endes überlebensnotwendig. Wanderte die junge Zielgruppe – für welche Facebook eigentlich auch nie gedacht war – kontinuierlich zu WhatsApp über, lief FB gefahr, an Überalterung zu sterben. Nun haben sie wieder alle «in einem Boot», die alte – zahlungskräftige – Zielgruppe in der Community und die Konsumenten von morgen – bis zu deren Rückkehr zu FB – bei WhatsApp.

Privatsphäre, alles eine Frage des Preises?

Es mag Zufall sein, dass just in der Zeit, als die Übernahmeverhandlungen wohl kurz vor deren Abschluss standen, zum wiederholten Mal publik wurde, dass WhatsApp zumindest ein riesiges Verschlüsselungs-Problem hat. Artikel wurden im Web herum gereicht, in welchen von Fotoklau oder Abhörfunktionen innerhalb der App zu lesen war. Dass auch Facebook ein – zumindest – amerikanisches Verständnis von Privatsphäre kultiviert, ist längst kein Geheimnis mehr und wird dessen Nutzern bei System-Upgrades immer mal wieder in Erinnerung gerufen, wenn persönliche Fotoalben wie durch einen schlechten Zauber öffentlich einsehbar werden. Welche Folgen hat denn nun diese Übernahme? Unvorhersehbare! Und genau da liegt das Problem.
Klar ist, dass jeder Internet-Nutzer unübersehbare Spuren im WWW hinterlässt. Ebenso unbestreitbar teilt man Inhalte von Cloud-Diensten nicht nur mit seinen persönlichen Freunden und wohl keine der abermillionen von Apps trackt nicht auf die eine oder andere Art Nutzerprofile. Google pflanzt Cookies in Browser und dank Analytics finde auch ich den idealen Zeitpunkt, an welchem meine Blogs am besten seine Leser finden. Und hier kommen wir zum springenden Punkt. Ich will als Nutzer selber entscheiden können, welchen Preis ich bereit bin für eine Dienstleistung zu bezahlen. Starte ich eine Suche über Google, bezahle ich mit den Informationen, was, wo, wie ich suche. Nehme ich einen Kartendienst in Anspruch, gebe ich den Entwicklern Auskunft über meine Geolocation-Daten. Lade ich einen Messenger aufs Device, gewähre ich den Machern vielleicht noch Zugriff auf meine Kontaktdaten, in meiner Fotogalerie hat die App aber nichts zu suchen! Greift die App jedoch Informationen und Daten ab, welche nichts mit ihrer Keyfunktion zu tun haben, will ich darüber zumindest offen und proaktiv informiert werden. Alles andere ist Diebstahl und Einbruch oder wer lässt denn heute noch beim Verlassen der Wohnung die Türe offen stehen? Macht es die Sache besser, wenn ein Ami in meinen privaten Dokumenten rum wühlt, als wenn dies eine Schweizer Behörde, ein zugewanderter Europäer, Afrikaner, Asiate oder Marsianer tut?

Ich habe ja nichts zu verbergen.

Diesen Satz kriegt wohl jeder sehr schnell zu hören, welcher sich mit dem Thema Privatsphäre und Web-Dienste auseinander setzt. Die etwas älteren Semester unter uns können sich aber bestimmt noch bestens an die als Fichenskandal in die Schweizer Geschichtsbücher eingetragene Sammelwut und Schnüffeleien des Staates, Ende der 80er-Jahre erinnern. Im Vergleich was jedes Facebook-Mitglied an einem Tag an privaten Informationen in die Welt hinaus posaunt, waren die bis 1990 angelegten Akten – rückblickend – eine Lachnummer! Die staatlichen Auftragsschnüffler von damals würden sich heute verwundert die Augen reiben. Es hat sich einiges getan in den letzten 20 Jahren. Heute ist es noch nicht mal mehr ein Aufreger, wenn über die Medien bekannt wird, dass Vater Staat einen Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung hat, welcher es den Behörden erlauben soll – sich bei Bedarf – «legal» in Computer einzuhaken oder Telefonate präventiv und systematisch abzuhören. Wir haben ja alle nichts zu verbergen, also legitimieren wir doch gleich den rücksichtslosen und organisierten Missbrauch von Bürgerrechten …

Dieses Thema liesse sich noch beliebig weiter spinnen. Es ist mir auch bewusst, dass es ein «kampf» gegen Windmühlen ist, wenn ich ins Netz hinaus rufe, verkauft eure Haut/Daten wenigstens so teuer wie möglich und vergesst nie, dass ihr auf Facebook, WhatsApp und wie sie alle heissen niemals privat seid. Deshalb sei es mir an dieser Stelle erlaubt festzuhalten, dass es eben nicht egal ist, wer seine Nase in meine privaten Fotoalben rein hängt, dass es bald jedermann möglich sein soll, zu erfahren, wann ich wo mit wem nach Hause komme. Sexuelle Präferenzen und politische Gesinnung sollen nicht per Generalverdacht persönliche Existenzen bedrohen können und ich will auch künftig wissen, welchen Preis ich für eine entsprechende Gegenleistung bezahle. Ganz zu schweigen, von kommenden Generationen, welche möglicherweise die Bedeutung von Privatsphäre erst einmal googeln müssen.

Alternativen gefragt!

Weil mir freie Entscheidung, Auswahlmöglichkeit, Privatsphäre und freier Markt als schützenswerte Güter erscheinen, mache ich es mir seit je her zur sportlichen Herausforderung, meine «Spuren» zu verwischen, verteilen oder zwischenzeitlich auch mal zu «löschen», indem ich beispielsweise regelmässig Cookies oder Caches lösche. Piwik anstelle von Google Analytics verwende, Fotoalben auf Facebook äusserst selektiv anlege oder Suchanfragen über DuckDuck-Go iniziere und Google so ab und an die lange Nase zeige. Augenwischerei? Mag sein aber die freie Wahl ist mir etwas Wert und deshalb freut es mich immer wieder, wenn sich Entwickler zu den brennenden Themen, Gedanken machen. Wenn wir unsere Privatsphäre selber mit Füssen treten, kann man ja Facebook und Konsorten erst recht keinen Vorwurf machen, wenn sie ihr Geschäftsmodell bis zur – scheinbar – überstrapazierbaren Schmerzgrenze ausreizen.
Abgesehen davon, dass ich selber WhatsApp kaum genutzt habe, bin ich zumindest erleichtert, dass ich meinen Kindern eine Alternative bieten und sie so für die demokratischen Grundrechte sensibilisieren kann, ohne ihnen das Recht auf moderne Kommunikation zu verwehren.
Mit «Threema» stiess ich auf eine App, welche den Nutzer ernst nimmt und seine Privatsphäre respektiert. Dass es sich dabei um ein Schweizer Startup handelt, macht die Sache noch sympathischer. Für einen Unkostenbeitrag von CHF 2.– lädt man sich die App aufs Device und erstellt beim ersten Aufstarten einen persönlichen Schlüssel. Selbstverständlich benötigt auch Threema einen Zugriff auf die Kontaktdaten, diese werden jedoch nur noch verschlüsselt weiter gegeben. Damit ich die App überhaupt benutzen kann, melde ich mich mit einem Code erst einmal an. Dies ist die schlechte Nachricht für alle privaten Schnüffler innerhalb der Familie. Schnell einmal die Chats vom Partner durchforsten ist nicht mehr …

Threema verteilt sich nicht eigenständig, sondern jeder Nutzer bestimmt selber, mit wem er Kontakt aufnehmen will und wer draussen bleiben soll. Will man mit jemandem Kontakt aufnehmen, sendet man der Person via, (verschlüsseltem) SMS seinen persönlichen Schlüssel oder lässt sich von diesem den privaten QR-Code ab fotografieren.

Momentan hat das ganze noch einen entscheidenden Haken. In meinen Kontakten finden sich leider erst eine Hand voll Nutzer, welche auf Threema umgestiegen sind. Dies wird sich jedoch in den nächsten Wochen bestimmt ändern. Bis da hin verwende ich einfach iMessage – sende weiterhin meine Daten an Apple – und warte gespannt, wie sich meine Threema-Community entwickelt. Die CHF 2.– für ein Unternehmen, welches sich dem Thema «Schutz von Privatsphäre» ernsthaft annimmt, waren es mir allemal wert.

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